Römische Zöllner in Osterburken

Einst grenzte der Obergermanisch-Raetische Limes die Weltmacht Rom gegen germanische Gebiete ab, seine Ruinen gehören zum Unesco-Weltkulturerbe. Gleich zwei Kastelle und mehrere stattliche Thermen unterstreichen die Bedeutung von Osterburken, zwischen Odenwald und Jagsttal gelegen. Das in der Mitte des 2. Jahrhunderts errichtete Lager der „cohors III Aquitanorum“, einer etwa 500 Mann starken Einheit, liegt zwar fast vollständig unter der modernen Stadt. Doch von einem Erweiterungsbau, dem so genannten Annexkastell, sind Mauerreste und Torfundamente zu bestaunen. Auch der Wallverlauf ist auf etwa einen Kilometer Länge noch zu verfolgen, der Nachbau eines Wachturms demonstriert den Bauzustand der Grenzanlage im 3. Jahrhundert.

Das Römermuseum Osterburken beherbergt nicht nur Ruinen eines der öffentlichen Bäder. Dort findet der Besucher zudem Weihesteine aus einer ganz besonderen Tempelanlage. Den Inschriften nach hatten „Benefiziarier“ sie am Ende ihrer Dienstzeit gestiftet. So nannte man Legionäre, die wie heutige Zöllner und Polizisten den Grenzverkehr kontrollierten. Dass solche Spezialkräfte ihren eigenen Weihebezirk besaßen, also längerfristig vor Ort waren, unterstreicht die Bedeutung Osterburkens als Limesstandort.

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